Das Projekt

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Das Projekt

Unser wissenschaftliches Netzwerk widmet sich der Performance- und Aktionskunst jenseits des Eisernen Vorhangs

Das Attribut jenseits bezieht sich in diesem Zusammenhang nicht nur auf eine konkrete geopolitische Region oder eine Epoche, sie weist über die Konturierung eines historischen Rahmens für osteuropäische Kunstaktionen im Kalten Krieg weit hinaus. Denn jenseits impliziert gleichzeitig programmatische Annahmen unseres Vorhabens, das mit den Masternarrativen der Performance Studies zu brechen sucht: Jenseits eines etablierten Kanons der Live-Art-Forschung fragen wir nach der Ästhetik und Politik von Performances, deren kultur­historische Bedeutung vor dem Horizont der westlich geprägten Diskurse und Gegenstandsbereiche ein immer noch zu erforschendes Desiderat geblieben ist.
Wir gehen davon aus, dass die performativen Künste eine Schlüsselrolle in der Geschichte der europäischen Neoavantgarde gespielt haben und ausschließlich durch die Ermittlung von ‚Ost-West-’ bzw. ‚Ost-Ost-Transfers’ differenziert betrachtet werden können. Vor diesem Hintergrund verabschiedet das Konzept jenseits des Eisernen Vorhangs zugleich die Unterstellung einer strikten Zweiteilung Europas vor 1989 und die damit einhergehende Festschreibung von ost- und westspezifischen Ideologien oder künstlerischen Praktiken. Unsere komparatistische und an kulturellen Austauschbeziehungen orientierende Betrachtung kartographiert gleichsam Relationen der länderübergreifenden Kommunikation und Einflussnahme jenseits einer kolonialisierenden Konstruktion von Performancekunst des so genannten ‚Ostblocks’.
Die Webseite informiert über die Forschungsergebnisse des DFG-Nachwuchswissenschaftlernetzwerks Aktionskunst jenseits des Eisernen Vorhangs, das im Oktober 2014 seine Arbeit aufgenommen hat.